Eine Einladung, Etwas zu tun
ETWAS wurde 2016 von Kadia Dabo und Kévin Cabaret, deutsch-französischen Designer:innen und Künstler:innen, gegründet. ETWAS versteht sich weniger als Definition denn als Einladung: etwas zu tun, etwas in Bewegung zu setzen, Situationen entstehen zu lassen.
Weder Künstlerkollektiv noch klassische Vermittlungsstruktur, entwickelte sich ETWAS im Süden Frankreichs in sozialen und gesellschaftlichen Zwischenräumen – in Kontexten, in denen materielle, symbolische oder institutionelle Ressourcen oftmals zu fehlen schienen. Gerade in diesen Leerstellen entstand ein Raum für Experimente und neue Formen des Handelns.
Seit 2024 bildet Köln einen neuen Ort des Arbeitens und der Verankerung. Hier setzt ETWAS seine Praxis in einem anderen sozialen, kulturellen und institutionellen Umfeld fort.
ETWAS ist eine künstlerische Praxis vor Ort.
Sie entwickelt sich aus dem bereits Vorhandenen der jeweiligen Situationen: aus Gesten, Erzählungen, Gewohnheiten und Beziehungen, die bereits existieren und durch die Praxis sichtbar, aktivierbar oder veränderbar werden.
Anstatt abgeschlossene Werke zu produzieren, entwickelt ETWAS kollektive Formen des Gestaltens, in denen Formen aus gemeinsam gemachten Erfahrungen hervorgehen. Jedes Projekt wird zu einem Experimentierraum – einem Rahmen, in dem Menschen, Wissen, Praktiken und Vorstellungen aufeinandertreffen und sich gegenseitig verändern können.
Die Praxis von ETWAS bewegt sich zwischen unterschiedlichen Feldern – Kunst, Soziales, Pädagogik und Alltagskultur –, ohne sich dauerhaft einem von ihnen zuzuordnen. Sie will weder ein Thema illustrieren noch eine einzelne Funktion erfüllen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, was entstehen kann, wenn Zeit, Ort und gemeinsame Aufmerksamkeit zusammenkommen.
Die Projekte nehmen unterschiedliche Formen an: Workshops, Feldrecherchen, Installationen, partizipative Formate, Sammlungen, Publikationen, öffentliche Situationen oder Ausstellungen.
Diese Vielfalt ist kein Ausdruck von Beliebigkeit, sondern Ergebnis einer gemeinsamen Arbeitsweise: von der Realität auszugehen, Bedingungen für Erfahrungen zu schaffen und Formen aus den Beziehungen entstehen zu lassen, die dadurch möglich werden.
ETWAS versteht Kunst als lebendige Praxis – als Möglichkeit, Wahrnehmungen zu verschieben, Teilhabe zu ermöglichen und Räume zu eröffnen, in denen Menschen ihre Beziehung zur Welt und zu anderen neu befragen können.


